Ayurveda – das ganzheitliche Gesundheits- und Lebenskonzept

"Körper, Geist und Seele sind wie ein Dreifuß. Die Welt wird durch ihr Zusammenspiel erhalten. Sie stellen das Substrat für alles Existierende. Vereint bringen sie das fühlende Wesen hervor, für das Ayurveda ins Licht gerufen wurde." (Caraka Samhita)


Wörtlich übersetzt bedeutet Ayurveda „Wissen vom Leben“ (ayus=Leben, veda=Wissen) und seine Prinzipien habe sich über Jahrtausende erfolgreich bewährt. Es ist ein Konzept, das logisch ist und von jedem mittels gesunder Ernährung, typgemäßer Lebensrhythmen und präventiver Gesundheitsmaßnahmen in das tägliche Leben integrierbar ist – und es ist völlig undogmatisch. Grundlage bilden die sog. "Doshas", die 3 wesentlichen Bioenergien, die in jedem Einzelnen in ganz individueller Zusammensetzung zu finden sind. Sie heißen Vata, Pitta und Kapha. Jeder Mensch wird mit einer ganz eigenen Konstitution geboren und Ziel sollte es sein, mit dieser Konstitution in Einklang zu leben. Das bedeutet, es gilt sowohl diese ursprüngliche Konstitution als auch eventuell  aufgetretene Störungen aufzuspüren und letztere möglichst zu beheben, um wieder zur vollen Lebensenergie und -qualität zu gelangen. Es erscheint somit ganz offensichtlich, dass das, was für den Einen gut ist, nicht auch für die Andere gut sein muss, sondern dass eben jeder Mensch seinen eigenen Ernährung-, Lebens- und Präventionsstil braucht.

Zu den oben erwähnten präventiven Maßnahmen, die ebenfalls einem Leben im Einklang mit der individuellen Konstitution dienen sollen, gehören auch die ayurvedischen Massagen. Diese sind - anders als unsere "westlichen" Massagetechniken - in erster Linie energetischer Art; es wird mit ayurvedischen Ölen gearbeitet und sie wirken auf die drei Zirkulationssysteme im Körper: die Blutzirkulation, das Nervensystem und v.a. auf das lymphatische System. In unserer hektischen, leistungsorientierten, fordernden Zeit (und Kultur) ist der große, positive Einfluss der ayurvedischen Massagen auf das vegetative Nervensystem sehr wichtig und wird leider häufig unterschätzt und unter dem inflationär gebrauchten Begriff "wellness" subsummiert, was ihm nicht gerecht wird.

Die "Ganzheitlichkeit" schließt neben dem Körper auch den Geist, die Seele und damit auch die Spiritualität ein. Das mag in diesem Zusammenhang für unseren Kulturkreis ungewöhnlich sein, doch auch an dieser Stelle gilt das Undogmatische und somit die Freiheit eines jeden Einzelnen, sich in seinem Maße darauf einzulassen.

Unabhängig von der Einstellung zur Spiritualität lassen sich die Wirkungen der Massagen für jeden aufnehmen....

Einen weiteren wichtigen Pfeiler innerhalb des ayurvedischen Systems bildet die entsprechende typgerechte Ernährung, die einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit hat. Hierbei liegt ebenfalls die Betonung auf "individuell", d.h. es geht in erster Linie um einen persönlichen optimalen Ernährungsweg, der von den Prinzipien der Doshas und der Elemente bestimmt wird.

(...übrigens ist Ayurveda von der WHO als traditionelle Heilkunde anerkannt... vgl. WHO Traditional Medicine Strategy 2002-2005, Document WHO/EDM/TRM/2002.1)